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Versand portofrei ab 75 € Bio-Senf aus Einbeck · seit 1923 01522 2355238

Senfwissen · 5 min Lesezeit

Wie Senf entsteht

Senf herzustellen klingt simpel: Senfkörner, Wasser, ein bisschen Essig, Salz und Zucker. Doch zwischen Senfsaat und fertigem Senf liegt Handwerk, Zeit und Sorgfalt. Wer wissen will, warum unser Senf anders schmeckt als ein Industriesenf, sollte den Weg vom Korn zum fertigen Glas einmal Schritt für Schritt mitgehen.

Senf ist seit Gewürz bereits seit 3000 Jahren in China bekannt. Als Heilmittel nutzen ihn auch die alten Griechen schon vor mehr als 2000 Jahren. Darüber wurde Senfanbau ebenfalls im Indus-Tal durch archäologische Ausgrabungen um 1800 v. Chr. bestätigt. Das erste Rezept zur Senfzubereitung wurde von Columella im 1. Jhdt. n. Chr. im alten Rom niederschrieben. Karl der Große brachte den Senf schließlich nach Mitteleuropa und ordnete den Anbau sogar offiziell an. Bevor Pfeffer und später Chili eine weite Verbreitung erfuhren, waren Senf und Meerrettich in Mitteleuropa die einzigen bekannten scharfen Gewürze und entsprechend weit verbreitet. Botanisch betrachtet gehört Senf zur Familie der Kreuzblütengewächse. Dabei sind für die deutsche Senfproduktion zentral: die Gelbe bzw. weiße Senfsaat (Sinapis alba), die Braune Senfsaat (Brassica juncea) und in kleineren Mengen die Schwarze Senfsaat (Brassica nigra). Diese drei Sorten unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, sondern in der Art ihrer Schärfe.

  • Gelbe Senfsaat trägt eine milde, breite Schärfe. Sie ist das Rückgrat der meisten klassischen Senfsorten.
  • Braune Senfsaat bringt die durchschlagende, kurze Schärfe ins Spiel, die einen mittelscharfen Senf in der Nase aufsteigen lässt.
  • Schwarze Senfsaat ist intensiv-aromatisch, wird heute aber selten verwendet, weil sie schwerer zu ernten ist. Wir verzichten jedoch nicht auf diese Saat.

Welche Mischung in welchen Senf gehört, ist Erfahrungssache. Für unseren mittelscharfen Senf verwenden wir einen höheren Anteil weißer Senfsaat. Alle Senfsaaten, die wir verarbeiten, stammen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Gelbe und braune Senfsaaten im Detail
Gelbe und braune Senfsaaten — die Mischung bestimmt Schärfe und Aroma.
Am Anfang des Verarbeitungsprozesses steht das Schroten. Der gesäuberte Senf wird grob in einer Mühle geschrotet, damit die aufgespaltenen Senfkörner für die weiteren Verarbeitungsschritte aufnahmebereit werden. Während schwarzer Senf besonders scharf ist, hat weißer Senf eher einen milden Charakter. Der braune Senf gibt mittlere Schärfe und Struktur. Durch die Mischung der Senfsorten kann die Schärfe einer jeden Rezeptur individuell variiert werden.

Für die Maische werden die geschroteten Senfkörner mit Weinessig, Apfelessig, Wasser, Natursole und - je nach Rezeptur - mit weiteren Gewürzen oder Kräutern versetzt. Diese Maische bekommt bei uns ein bis zwei Tage Zeit zu Quellen. Erst hier wird durch die Verbindung von geschroteter Senfsaat und Flüssigkeit das für die Schärfebildung verantwortliche Enzym Myrosinase aktiv.

Nachdem die Maische Zeit zum Quellen hatte und sich darin alle Zutaten vermengt haben, vermahlen wir den Senf auf unseren Granitsteinmühlen. Dabei drehen die Steine langsam, damit die Temperatur des Senfes kaum ansteigt, denn nur die schonende Kaltvermahlung garantiert den Erhalt aller Inhalts- und Geschmacksstoffe.

Wird die Saat zu schnell und somit zu warm gemahlen, verflüchtigen sich die im Senf enthaltenen ätherischen Öle. Ein Unterschied, der auch beim Geschmack erkennbar ist.

Neben der Wahl der Zutaten und der traditionellen Herstellung auf Granitsteinmühlen erlaubt erst die mehrwöchige Reifezeit, dass sich alle Aromen unseren Senfs voll entwickeln können. Von Hand wird unser Senf in Gläser oder traditionelle Steinguttöpfe abgefüllt.

Häufige Fragen

Warum wird Senf kalt gemahlen?
Kalte Vermahlung erhält die typische Schärfe. Starke Erwärmung kann das Enzym Myrosinase (Wichtig für die Schärfeentwicklung) deaktivieren und flüchtige Senföle austreiben.
Wie lange muss Senf reifen?
Unser Senf wird erst nach einer mehrwöchtigen Fassreife abgefüllt. Denn erst diese Reifezeit erlaub dem Senf die nötige Aromaentwicklung und Geschmacksentfaltung. Die Abfüllung erfolgt von Hand in Gläser oder in traditionelle Steinguttöpfe mit dem Logo der Einbecker Senfmühle.
Was macht den Senf scharf?
Die für die Schärfe verantwortlichen Stoffe (Glucosinolate) sind im geschlossenen Senfkorn noch von einander getrennt. Erst du das Schroten des Korns in Verbindung mit Wasser kommt das Enzym Myrosinase mit dem Glucosinolat Sinigrin (bei braunem und schwarzem Senf) beziehungsweise Sinalbin (weißer Senf) in Kontakt. Bei brauner und schwarzer Senfsaat entwickelt sich daraus das Allylsenföl. Dieses Öl ist leicht flüchtig. Deshalb kann der fertige Senf über Zeit an Schärfe verlieren.
Welche Senfsaaten verwendet ihr?